Konzeption des Natur- und Waldkindergarten am Samainhof
Stand Januar 2016

Logo Natur- und Waldkindergarten

Natur- und Wald- Kindergarten Warum? - Unsere Motivation

Unser pädagogisches Konzept 2016

Unser pädagogisches Konzept 2015

Ergänzungen zum Konzept - Januar 2015

Unsere Rahmenbedingungen

Wer sind Wir?

Aus der Praxis im Natur- und Waldkindergarten

Kindergartenplätze frei

Veranstaltungskalender

Umwelt-Angebote für
Kindergärten und Schulen

Der Träger:
ein gemeinnütziger Verein

Chronik 2015/2016

Impressum

Updated: 03.10.2017

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Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung
2. Einrichtung
3. Organisatorische Konzeption

        Zielgruppen der Einrichtungen
        Gesetzliche Grundlagen
        Mitarbeitende
        Örtlichkeiten und Besonderheiten
        Regelungen
4. Pädagogische Konzeption
        Unser Bild vom Kind
        Pädagogische Grundhaltungen
        Methodisches Vorgehen
        Bildungs- und Erziehungsziele
        Kreislauf der Jahreszeiten und Ausflüge
5. Schlusswort
Impressum

Download:

Hier können Sie die "Konzeption des Natur- und Waldkindergarten am Samainhof" als PDf herunterladen


Kinder im "Unterschlupf"

1. Einführung

„Nichts ist im Verstande, was nicht vorher in den Sinnen war.“

Die Einmaligkeit und schöpferische Energie jedes Lebewesens hat den höchsten Wert und braucht Hüter und Beschützer.

Der integrative Natur – und Waldkindergarten hat am 15.09.2004 seinen Betrieb am Samainhof in Holzheim bei Parsberg aufgenommen und seither viele Generationen von Kindern bei ihrem Start ins Leben erfolgreich begleitet. Wir feierten letztes Jahr unter der Schirmherrschaft des stellvertretenden Landrates Herrn Bürgermeister von Parsberg Bauer unser 10 jähriges Jubiläum. Herr Bauer würdigte in sehr wertschätzenden Worten in seiner berührenden Rede die wertvolle Arbeit des Natur- und Waldkindergarten am Samainhof und dankte für das vorbildliche Engagement und die professionelle pädagogische Arbeit.
Eltern und Pädagog/Innen der weiterführenden Schulen erleben, dass die Kinder, die täglich in der Natur ihre Sinne geschult und vieles entdeckt und erfahren haben mit viel Selbst – Bewusstsein und Einfühlungsvermögen die Herausforderungen von Schule bewältigen und hervorragende Grundlagen für das Lernen, aber insbesondere auch für die Entwicklung psychischer Gesundheit, aus den Jahren im Natur- und Waldkindergarten mitgebracht haben. Gerade in den sozialen, musischen, sprachlichen und kreativen Bereichen sind die ehemaligen „Waldkinder“ weit entwickelt. Die ersten Kindergartenkinder schließen mittlerweile erfolgreich ihre Schullaufbahnen ab und starten mit gutem Selbstbewusstsein und hervorragenden sozialen Kompetenzen in ihre Ausbildung. Der Natur- und Waldkindergarten am Samainhof ist ein Platz, an dem Bewusstheit, Liebe und Achtung vor der Natur und dadurch vor sich selbst und anderen gelernt, gelebt und erfahren wird.
Gerade in der heutigen Zeit, in der wir von Technisierung und Computern überrollt werden, ist es lebensnotwendig, zum Natürlichen und Ursprünglichen zurückzukehren und davon berührt zu werden. Hyperaktivität, Gleichgewichtsstörungen, Übergewicht, Sprachstörungen etc. werden in erschreckendem Ausmaß bei Kleinkindern diagnostiziert. Die Ursache liegt im Bewegungsmangel und der Naturentfremdung. Die freie Entfaltung der Bewegung in der Natur beugt dem vor.

Ein Natur- und Waldkindergarten ist ein Kindergarten unter freiem Himmel. Eine Gruppe von maximal 15 Kindern geht mit zwei Pädagoginnen täglich in den Wald und in die freie Natur.
Der Samainhof ist dabei der ideale Platz für den ersten Natur- und Waldkindergarten in der Oberpfalz, denn: Wir sind umgeben von Wald, Wiesen und Feldern. Pferde, Katzen, Hasen, Hühner, Rinder und ein Hund leben am Hof. Wir haben genügend Platz um auf den Obstbäumen zu klettern, um Blumen und Gemüse zu pflanzen, zu hegen und zu pflegen. Es gibt ausreichend Naturmaterialien wie Sand, Lehm, Steine, Holz etc., um Kreativität zu entfalten und zu entwickeln. Bei starkem Regen oder bitterer Kälte gibt es auch Räumlichkeiten direkt am Samainhof. Wir können uns im Indianertipi, im Baumhaus, im Kindergartenhaus oder im Kindergartenraum mit Küche am Samainhof aufhalten. Außerdem bietet die Lebensgemeinschaft am Samainhof viele unterschiedliche Modelle, gerade auch viele Männer stehen für die Kinder immer wieder mit interessanten Tätigkeiten zur Verfügung: der Hufschmied beschlägt mit viel Feuer und Rauch traditionell die Pferde, landwirtschaftliche Arbeiten werden verrichtet, besonders lieben natürlich die Kinder mit dem Trecker zu fahren. Sie helfen aber auch schon mal im Herbst bei der Apfelernte oder beteiligen sich am Zwetschgenschneiden, um dann gemeinsam den leckeren Kuchen zu verzehren. Sie begegnen tagtäglich Menschen verschiedenster Generationen und erleben deren Miteinander.

Wir vertrauen auf die Fähigkeit der Kinder, aus eigenem Antrieb nach ihren individuellen Entwicklungsbedürfnissen zu lernen. Statt fertiges Wissen zu vermitteln, bietet der Natur- und Waldkindergarten am Samainhof vielfältige Möglichkeiten für eigene Erfahrungen. Er bietet vor allem in der Natur eine „vorbereitete Umgebung“ in der sich Kinder entfalten und eigene Lernwege finden können. Die Kinder erfahren Bestätigung durch das Erreichen selbstgesteckter Ziele. So haben auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in unserer Einrichtung gute Lernbedingungen. Und in der Leiterin des Kindergartens, die selbst querschnittgelähmt ist, eine Mutmacherin und ein Vorbild für ein selbstbestimmtes Leben. Im Team arbeitet mit Eva Reif zudem eine staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin, die durch ihre A usbildung eine hochspezifische Qualifikation in das Team einbringt und in Intervision und Teamfortbildungen auch weitergibt.

Der höchste Wert in der Entwicklung bedeutet in unserer Arbeit, dass jedes Kind glücklich ist und sich und andere willkommen heißt.
Das setzt voraus, dass jeder Begleiter im Kindergarten-Team ein verantwortliches, erfülltes Leben führt, um ausgeglichen und freundlich jedem einzelnen Kind und der Gruppe begegnen zu können.
Deswegen ist uns die Psychohygiene ein sehr wesentliches Anliegen und wir investieren viel in Supervision, Teambildungsmaßnahmen und Qualifikation unserer Mitarbeiter.
Der Erwachsene lernt durch die Beobachtung und steht dem Kind zur Verfügung, wenn es von sich aus kommt.
Wir machen die Erfahrung, dass in einer vorbereiteten, den Kindern entsprechenden Umgebung viel Lust und Interesse spielerisch zu Lernen gegeben ist.

Die Kinder brauchen viel Bewegungsfreiheit und viel Zeit, um sich auszuprobieren und mit Elan und positiver Unterstützung Neues und Unbekanntes zu wagen, das schafft Experimentierfreude!
Es ist sehr beeindruckend zu sehen, wenn ein Kind Ast für Ast einen Baum erklimmt; sich mehr und mehr zu – traut, sich gut einschätzen lernt und Balance und ein gesundes Körperbewusstsein entwickelt. Durch das Klettern, die vielen Bewegungsabläufe und Koordination wird die Synapsen-Bildung im Gehirn gefördert und somit die Intelligenz.
Der Baum, der Schutz bietet, der zum Rollenspiel einlädt, mit dem die Kinder reden und Freundschaft schließen, ist so ein heimlicher Lehrer in der Natur. Den Baum spürt, riecht und liebt das Kind!
Sich verständigen, miteinander reden, sich konstruktiv auseinander setzen, singen, tanzen und spielen; viel Raum für die Umsetzung eigener Impulse schaffen, sind hohe Werte in der pädagogischen Arbeit. Dies unterstützt die Entwicklung der Selbstentfaltung und sorgt für ein ausgeprägtes Sozialverhalten.
Die Bewegungsfreiheit in der Natur ist das A & O für eine gesunde körperliche und psychische Entwicklung jedes Menschen.
Die Kinder bestaunen z.B. mit Freude das Wachstum der Pflanzen im Frühjahr; beobachten Insekten, Waldtiere und Vögel, lauschen; stellen Fragen; riechen an einer Blüte; wollen Wissen mit allen Sinnen und lernen und lernen.

Im Natur- und Waldkindergarten entwickeln sich die Kinder authentisch und sind sehr lernbereit und aufnahmefähig.

Freundinnen

Kindergarten am Baumhaus

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2. Einrichtung

Adresse:

Natur- und Waldkindergarten am Samainhof
Holzheim 15
92331 Parsberg
Tel.: 09492795 49 0
Fax: 09492/ 9549 40

e-mail: info@natur-und-waldkindergarten.de
Internet: www.natur-und-waldkindergarten.de

Trägerverein:

Natur- und Waldpädagogik e.V.
1. Vorsitzende Dipl. Psych. Monika Winter

Anfahrt zum Samainhof

Autobahn A3 – Ausfahrt Lengenfeld/Velburg – Richtung Velburg nach 1 km rechts Richtung Hohenfels – an beiden Kreisverkehren – Richtung Hohenfels - 2 km links Richtung Hohenfels – nach 4 km an Bushaltestelle „Breitenthal“ rechts ab – 200 m rechts Samainhof.

Anfahrtskizze

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3.Organisatorische Konzeption

Zielgruppen der Einrichtungen

Kinder ab dem Alter von 1,5 Jahren können in der kleinen Gruppe im Natur- und Waldkindergarten aufgenommen werden. Es wird bei einem Spektrum von 1,5 bis sechs Jahren ein erweitertes Altersgruppenkonzept praktiziert. Die Heterogenität der Gruppe, die mit einer erweiterten Altersmischung verknüpft ist, bietet den Kindern vielseitige Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten. Durch sie ergeben sich für die Kinder vielfältige Möglichkeiten Beziehungen einzugehen und dadurch soziale Kompetenzen zu entwickeln. Mehr als in homogenen Gruppen bietet sich den Kindern eine Auswahl unterschiedlicher Lern- und Spielpartner/innen, die ihren Interessen und ihrem Entwicklungsstand unabhängig vom Alter entsprechen. Aufgrund der natürlichen Entwicklungsunterschiede werden die Kinder nicht so stark untereinander verglichen. Orientierung ist an jüngeren und älteren Kindern möglich, die Kinder setzen sich hierbei ihre eigenen Entwicklungsschwerpunkte.
Gerade jüngere Kinder profitieren für ihre Gesamtpersönlichkeit und Bewegungsentwicklung sehr stark vom Lernen in der Natur. Das Laufen auf unebenem Gelände mit Hindernissen schult die Aufmerksamkeit und Konzentration, die körperliche Kraftentwicklung, die Ausdauer und Koordination. Die natürlichen Herausforderungen im freien Gelände sind von unschätzbarem Wert.
Die Natur animiert zu differenzierter Wahrnehmung. Kein Blatt gleicht dem anderen, aber es gibt viele der ähnlichen Art. Kein Stein, kein Stock, die Erde, der Sand, der Lehm, das alles gibt es in verschiedenen Ausprägungen. Der Hintergrundgeräuschpegel ist gering, so dass das Gehör der Kinder leichter erfassen kann: Naturgeräusche, Wind, Vögel und Steine und Stöcke, die aneinander klopfen, Schritte und Sprache.

In Bezug auf die Sprache gibt es im Natur- und Waldkindergarten noch eine Besonderheit: fast durchgehend sind mehrere amerikanische Kinder in der Gruppe, die dann zweisprachig geführt wird, was bei dem überschaubaren Rahmen von meist um die 10 Kinder und zwei Erzieherinnen sehr gut gelingt. Die Kinder lernen spielerisch voneinander und rasch können Igel, Hasen, Pferde und Pflanzen in beiden Sprachen benannt werden. Die Verständigung und das Lernen der jeweiligen Fremdsprache erlernen die Kinder durch das Freie Rollenspiel, indem wir auch englische Lieder und Bewegungsspiele singen sowie durch Bilder- und Sachbücher.
Die Kinder lernen schnell voneinander und die anfängliche Fremdsprache ist kein Hindernis sich zu verständigen, z.B. mit Gestik und Mimik.
Auch die Eltern erlernen durch die aktive Mitgestaltung (Eltern-Teamtreffs, gemeinsame Festvorbereitungen, als Begleitung im Waldkindergarten tageweise in der Gruppe mit dabei sein u.s.w.) die deutsche Sprache unkompliziert.

Die heilende Wirkung des Waldes ist auch insbesondere für die Betreuung von Behinderung betroffener oder bedrohter Kinder und Kindern mit speziellem Förderbedarf geeignet, dazu gehören insbesondere Kinder mit:

  • Störungen der Motorik und/oder der Sinneswahrnehmung
  • Sprachentwicklungsverzögerungen
  • allgemeinen Entwicklungsdefiziten
  • Verhaltensauffälligkeiten, wie Kontaktstörungen oder aggressives Verhalten
  • intellektuelle Beeinträchtigungen

Zudem sind die Mitarbeiter in unserem Kindergarten hierfür besonders qualifiziert und wir legen Wert auf entsprechende Fort- und Weiterbildung um höchstes sonderpädagogisches Betreuungsniveau zu erreichen. Neben fachspezifischer Qualifikation die von heilerzieherischen Ansätzen über Legasthenietherapie, den Einsatz von tiergestützter Pädagogik bis hin zu spezifischen wildnispädagogischen Ansätzen reicht, zeichnet uns aus, dass wir einen äußerst einfühlsamen Blickwinkel für die Bedürfnisse der Kinder haben.
Wir sehen und behandeln jedes Kind ganzheitlich als eigenständige, individuelle Persönlichkeit. Unsere Intention ist es die Stärken, Fähigkeiten und Ressourcen jedes einzelnen Kindes zu erkennen und ihm zu helfen, sie auf seine ganz besondere Art hervorzubringen.

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Gesetzliche Grundlagen:

Unser Natur- und Waldkindergarten ist staatlich anerkannt und orientiert sich am Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan und integriert den BEP vollständig.
Die Vorgaben des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) werden eingehalten, ebenso die des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) und selbstverständlich des Datenschutzgesetzes, um die Belange von Eltern, Kindern und Mitarbeitern zu schützen.
Durch die staatliche Anerkennung des Natur- und Waldkindergartens am Samainhof ist für die Kinder und Mitarbeiterinnen ein wesentlicher Rechtsschutz gewährleistet. Unsere Waldkinder sind im Waldkindergarten sowie auf dem Weg zum und vom Waldkindergarten gegen Unfälle durch die Landesunfallkasse versichert.
Für das Personal besteht über die Berufsgenossenschaft ein Versicherungsschutz für Berufsunfälle.
Wir haben uns hinsichtlich der Betriebssicherheit auch in diesem Jahr wieder fortgebildet, eine Gefährdungsbeurteilung wurde mit professioneller Hilfe neu erstellt und entsprechende Projekte und Schulungen, z.B. im Bereich optimaler Erstversorgung, Schulung im Bereich Brandschutz, wurden umgesetzt bzw. in die Wege geleitet. Professionelle Ersthelfer mit medizinischen Qualifikationen stehen am Hof zu Verfügung. Sicherheitsfachleute konnten zur Beratung gewonnen werden.

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Mitarbeitende:

Der staatlich anerkannte Natur- und Waldkindergarten hat als integrative Einrichtung eine Zulassung für 15 Kinder. Diese werden betreut durch zwei Erzieherinnen/Sozialpädagoginnen und eine als Zweitkraft anerkannte Wildnispädagogin. Sie werden jeweils unterstützt durch fachlich hoch qualifizierte Honorarkräfte (u.a. eine staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin) und begleitet durch Eltern, die Kinder liebevoll betreuen. Im Natur- und Waldkindergarten können auch Praktikanten und Absolventen des freiwilligen Sozialen Jahres bei Eignung ihre Erfahrungen sammeln und das Team unterstützen, von dem sie fachgerecht angeleitet werden. Auch 2015 wurden wieder erfolgreich mehrere Praktika absolviert.
Seit dem 01.05.2017 hat die Dipl. Soz.Päd Anna Mühlbauer die Aufgaben der Leitung für den Kindergarten übernommen.
Die pädagogische Gruppenleitung erfolgt nach wie vor von der Sozialpädagogin Anna Mühlbauer und von Eva Reif und Damaris Rogelj.

Das Team trifft sich wöchentlich zur Besprechung, Planung und Vorbereitung. Die Beobachtungs- und Sprachbögen werden ebenfalls in den Teamsitzungen bearbeitet.
1x monatlich findet eine fachlich geleitete Supervision statt, in der Pädagogische Inhalte, Konflikte, Teamarbeit etc. besprochen werden.
Einmal pro Woche findet eine Supervision und Fortbildung hinsichtlich tiergestützter Pädagogik und Einzelfördermaßnahmen der Kinder bei der Gestalttherapeutin Ursula Wohlfahrt statt.
Es werden regelmäßig Mitarbeitergespräche durchgeführt.
Fortbildungen, wie z.B. Seminarabende mit der als Sonderschullehrerin und Schulleiterin hoch qualifizierten Referentin Beate Storch, werden organisiert und von den Mitarbeitern genutzt.
Aber auch externe Qualifizierungsmaßnahmen, wie z.B. die Fortbildung im Bereich: Wildernes Awarness durch Damaris Rogelj, werden unterstützt und das Wissen durch eigene Veranstaltungen multipliziert. Team-Bildungsmaßnahmen, wie in der Picaderoarbeit mit den Pferden und Supervision sowie naturpädagogische Fortbildungen für das KITA-Team werden regelmäßig durchgeführt.

Die Arbeit mit den Kindern erfordert Da-Sein im Sinne von Anwesenheit, Gegenwärtigkeit, Präsenz und Aufmerksamkeit. Das bedeutet, dass wir Erwachsene in einen Prozess geraten, der von uns eine ständige Bereitschaft zum Lernen und zur Veränderung erfordert.
Einmal jährlich findet eine wöchige Outdoor – Intensivwoche des gesamten Kindergartenteams und des Vereinsvorstandes mit externen Referenten statt, die der Teambildung und der Weiterbildung sowie der intensiven Naturerfahrung dient. Sie bildet die Keimzelle neuer Projekte und die Grundlage der gemeinsamen Arbeit.

Gemeinsame Pause bei Kutschen

Mit dem Trägerverein werden vierteljährlich Besprechungen durchgeführt, in denen das natur- und waldpädagogische Konzept weiterentwickelt und Qualitätsmanagement sichergestellt wird. Hier werden auch Fortbildungen für Mitarbeiter vorgeschlagen und diskutiert, sowie Öffentlichkeitsarbeit und Projekte entwickelt. Durch Vorträge, Feste, Tag der offenen Tür werden Gemeindevertreter, Presse, Förster und Waldbesitzer usw. in den Natur- und Waldkindergarten mit einbezogen.
Hier einige Beispiele:

  • Im Internet unter www.natur-und-waldkindergarten.de gibt es ausführliche Informationen (Konzept, Infos, Events, Jahreschronik) und Bilderdarstellungen vom Trägerverein und Waldkindergarten.
  • Festankündigungen, Vorträge und sonstige Events werden u.a. auch durch die Tagespresse angekündigt
  • Zusammenarbeit mit den Grundschulen, Walldorf- und Montessori - Schulen – Hospitationen, Tag der offenen Tür
  • Zusammenarbeit und Kooperation mit der Regens-Wagner Stiftung Lauterhofen
  • Zusammenarbeit mit Logopäden, Physiotherapeuten und Sprachförderzentrum: Therapeuten hospitierten im Waldkindergarten mit anschließenden Gesprächen
  • Elternabende mit dem Kinderarzt und Naturheilpraxen zum Thema Gesunde Ernährung – Bewegung – Zecken – Impfungen usw.
  • Themenbezogene Waldtage mit Grund- und Förderschulen und Kindergärten
  • Vortrag zum Thema: Montessori-Pädagogik und Freie Schulen
  • Erlebnistag mit Pferden für Behinderte Kinder von der Lebenshilfe
  • Kamerateam TV-NM filmte einen Vormittag den Natur- und Waldkindergarten und berichtete darüber – Filmvortrag  mit den Eltern und Kindern
  • Diavortrag aus dem Leben  im Natur- und Waldkindergarten bei der Jahreshauptversammlung vom Trägerverein: „Natur- und Waldpädagogik am Samainhof e.V.“
  • Bürgermeister hält eine Rede zur 10 Jahresfeier und würdigt die umweltbewusste Arbeit im Natur- und Waldkindergarten
  • Kontakte und Praktikanten von den Gymnasien, Hochschulen, FAKS und Ausbildung zur staatlich anerkannten Kinderpflegerin oder Heilerziehungspflegerin
  • Regionalreffen der Waldkitas

Der Trägerverein führt auch direkt Projekte im Natur- und Waldkindergarten durch:

  • Waldfamilienfest mit Märchenstationen
  • Waldfest am Hof und am Baumhaus mit musikalischer Förderung und singen am Lagerfeuer
  • Walderlebnistage am Samstag vormittags für Kinder ab 4 Jahre
  • Herbsterkundungen – Baumhausbesichtigung – Singen am Lagerfeuer für Eltern und Kinder
  • Angebot für Kleine Forscher mit der Forscherkiste: Elektrizität – Stromkreislauf und Farbenlehre –
Wir legen großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern. Es finden Waldtage, Info- und Elternabende, Elterngespräche und gemeinsame Festvorbereitungen statt. Kontakte zu pädagogischen Einrichtungen, Ärzten, Physio- und Ergotherapeuten werden geknüpft.
Anstehende Eltern- und Seminarabende, Feste, Ausflüge und Projekte werden gemeinsam vorbereitet und durchgeführt, z.B. Expedition in den Zoo, Waldweihnachtsfeier, Waldfamilienfest mit Märchenstationen.V
Die Eltern begleiten sporadisch tageweise die Gruppe mit und sind somit in das Kindergartengeschehen mit einbezogen.
Heraus gegebene Elternbriefe erinnern nochmal an Veranstaltungen, Öffnungszeiten,Eltern - Team - Treff und Projekte.

Bei Problematiken, die nicht in der Elterngruppe besprochen werden, steht das Kindergartenteam für Einzelgespräche nach Vereinbarung gern zur Verfügung und unterstützt die Eltern z.B. bei der Schulvorbereitung, Hospitationen, Tage der offenen Tür einer Montessori-Schule und nimmt förderliche Anregungen, Wünsche, Angebote von den Eltern an.
Das Team führt Tagebuch und die Eltern werden regelmäßig durch einen Wochenrückblick über die Spielaktivitäten, Erlebnisse und Erfahrungen ihrer Kinder im Natur- und Waldkindergarten informiert.
In der Jahreshauptversammlung und bei Festen wird mit dem Einverständnis der Eltern das Kindergartenjahr in Diavorträgen verbildlicht.
Anhand der engagierten Kontakte untereinander bilden sich oft langjährige Freundschaften bei den Eltern, die auch über die Kindergartenzeit hinaus mit den Pädagogischen Fachkräften in Verbindung bleiben.

Die Kontakte zu den Gründungsfamilien sind nach wie vor erhalten.
Die Freundschaften zueinander werden über die Jahre gepflegt und wir wissen darum, dass größtenteils die Kinder, mittlerweile in den Gymnasien oder Mittelschulen gut abschließen.

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Örtlichkeiten und Besonderheiten

Der Samainhof bietet 2,5ha Fläche mit Gebäuden, Pferdeauslauf, Obstgarten und Wiesen. Ein Waldstück in unmittelbarer Nähe zum Hof, in dem auch das Baumhaus, das dem Kindergarten zur Verfügung steht, errichtet wurde, gehört zum Samainhof. Wir sind im Kontakt mit den Besitzern der angrenzenden Waldflächen, die ebenfalls vom Kindergarten genutzt werden dürfen.
Bei extremer Witterung steht uns ein Raum mit Küche und das beheizte KIGA-Blockhaus zur Verfügung. Toiletten und Duschen sowie Möglichkeiten zum Wickeln sind am Hof vorhanden. In den Wald nehmen wir ein Mobiltelefon und einen Erste-Hilfe-Kasten mit.
Wir haben einen Bollerwagen, mit dem wir Spiel- und Waldwerkstattmaterialien, Wasserkanister sowie isolierte Sitzkissen etc. mitnehmen können. Zur Ausstattung gehören auch Pflanzen- und Tierbestimmungsbücher.
Ein PKW steht auf dem Hof ebenfalls zur Verfügung.

Unser Baumhaus

Auf dem Samainhof leben auch viele Tiere: Islandpferde, Ziegen, frei laufende Hühner und Hasen, Rinder, Katzen, ein Pony und ein Hofhund.
Die Kinder erleben den Lebensraum und das Verhalten der Tiere, indem sie täglich den Tieren begegnen und beobachten. Die Kinder übernehmen verantwortlich Aufgaben, z.B. das Füttern der Ziegen und Hasen. Die Kinder dürfen die Tiere streicheln, entdecken frisch gelegte Eier von den Hühnern, bestaunen die geschlüpften Küken im Frühjahr oder das geborene Zicklein und lernen somit unmittelbar den Naturkreislauf kennen. Das Bewusstsein für die Würdigung jedes Lebewesens und die dazugehörige Achtsamkeit wächst. Die Kinder schließen Freundschaft mit den Tieren.

Junge bei den Ziegen

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Regelungen

Das Kindergartenjahr beginnt jeweils am 01. September eines Jahres und endet am 31. Juli des Folgejahres. Insgesamt gibt es 30 Schließtage, an gesetzlichen Feiertagen bleibt der Natur- und Waldkindergarten geschlossen. Die genauen Termine der Schließtage werden zu Beginn des Kindergartenjahres festgelegt und den Eltern mitgeteilt.

Kinder können ganzjährig aufgenommen werden, Schnuppertage im Vorfeld sind zum wechselseitigen Kennenlernen erwünscht. Es liegen ausführliche Betreuungsverträge vor, die die Modalitäten detailliert beschreiben und verbindlich regeln. Ansprechpartnerin ist dabei die Kindergartenleitung, bei Bedarf auch die 1. Vorsitzende des Trägervereins.

Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag 8:50 Uhr bis 13:10 Uhr, die bei Bedarf nach Absprache auch in einem gewissen Rahmen individuell angepasst werden können.
Seit September 2013 erhält der Trägerverein für den Betrieb: Natur- und Waldkindergarten am Samainhof, staatliche Zuschüsse, einen sogenannten Betriebskostenzuschuss, dessen Höhe sich an der Anzahl der Kinder, Alter, Migrationshintergrund etc. berechnet.
Der monatliche Beitrag von 105,-€ pro Kind für die Betreuungszeit von 8:50 Uhr – 13:10 Uhr bleibt unverändert, sowie für die 3-4 Std. Buchung für 75,-€.
Anmeldebögen und Verträge, Ärztliches Attest, Infektionsschutzgesetz, Infos zu Datenschutz werden den Eltern mitgegeben.
Ein kooperativer Kontakt mit den Eltern und eine offene und ehrliche Zusammenarbeit ist unumstößlich. Beim Bringen und Abholen der Kinder ist Zeit für kurze Mitteilungen.
Alle 6 Wochen findet ein Eltern-Team-Treffen statt, indem die PädagogInnen von den Kindern berichten und dadurch Gespräche über Entwicklungsstand, Sozialverhalten, Erziehungsthemen etc. entstehen.

Die Kinder sollten mit einer Kleidung im Kindergarten ankommen, die der jeweiligen Wetterlage entspricht. Wasserdichte Buddelkleidung und gutes wasserdichtes Schuhwerk sind unverzichtbar.

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4. Pädagogische Konzeption

Unser Bild vom Kind

Das Kind ist in seiner Gesamtentwicklung stark beeinflusst von seiner Umgebung. Ob sich ein Kind frei nach seinem Potential und Wesenszügen entfalten kann ist davon abhängig, wie es gesehen, geliebt und geachtet wird.

  • Kinder sind ganze Menschen und keine Mängelwesen.
  • Kinder besitzen einen angeborenen Sozialtrieb und sind empathische Wesen.
  • Kinder haben eigene Ausdrucksformen.
  • Kinder haben eigene Zeitrhythmen im Spiel und im Lernen.
  • Kinder wollen so frei wie möglich mit Zeit und Raum umgehen.
  • Kinder sind Impulsgeber und -empfänger.
  • Kinder wollen Konflikte selbstbestimmt lösen.
  • Kinder suchen sich ihre Vorbilder - auch unter Kindern.
  • Kinder können mit bekannten Gefährdungen altersentsprechend umgehen. Sie haben einen ausgeprägten Selbsterhaltungstrieb.
  • Kinder haben ein Recht auf Rückzug und darauf, allein gelassen zu werden, wenn sie das wollen.
  • Kinder sind fantasievoll und kreativ; sie wollen autonom interpretieren und aktiv sein.
  • Kinder haben eine individuelle Lernbiographie und Anspruch auf möglichst unbeschränkten Zugang zu unterschiedlichsten Lernkanälen.
  • Kinder brauchen Platz für raumgreifende Bewegungsabläufe.
  • Kinder realisieren über Körpererfahrung Selbsterfahrung.
  • Kinder haben Anspruch auf sinnvolle Tätigkeiten.
  • Kinder sind neugierig und brauchen anschauliche, ganzheitliche Lernbedingungen.
  • Kinder sind großartig: Sie sind bereit, Erwachsene an ihren Erlebnissen teilhaben zu lassen.
  • Kinder sind großzügig und nicht nachtragend, sie kommen mit Erwachsenen zurecht, die ihre Fehler und Schwächen offen zeigen.
  • Kinder sind grandiose Fokussierer und geben ihr Wissen gern an interessierte Kinder und Erwachsene weiter.
  • Kinder haben das Recht ihre Körperlichkeit zu erproben und zu lieben.
  • Kinder tragen die Verantwortung für ihre eigenen Beziehungen.
  • Kinder haben ihre eigenen Erwartungen, diese müssen nicht denen der Erzieherinnen und Eltern entsprechen.
  • Kinder brauchen einen Handlungsrahmen, das gibt ihnen Sicherheit und Orientierung.
  • Kinder brauchen Rituale.
  • Kinder verfügen über Selbstentwicklungsfähigkeiten und -kräfte.
  • Kinder haben ein starkes Gerechtigkeitsgefühl; sie haben Anspruch darauf, vorurteils- und wertungsfrei angenommen zu werden.

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Pädagogische Grundhaltungen

Der Naturraum Wald bietet unerschöpfliche Möglichkeiten mit allen Sinnen zu beobachten, zu lernen, sich ökologisches Wissen anzueignen und sich durch die freien Bewegungsmöglichkeiten gesund zu entwickeln. Die Kinder lernen wahrzunehmen und sich für die Belange der Natur einzusetzen.

Der Wald hat dabei in der Bildungsarbeit viele Vorzüge:
Wald ist gleichermaßen: Bildungsort, Medium, Gegenstand und Thema, Spielraum und Mittler zwischen Mensch und Natur.

Ein wichtiges Standbein der Waldpädagogik ist das von Cornell (1999) beschriebene System des „Flow learning“:
Vier Stufen bauen aufeinander auf und „fließen“ allmählich ineinander über:

1. Stufe: Begeisterung wecken
(Tierrätsel, Stockkreis, Bau eines Lagers)
2. Stufe: konzentriert wahrnehmen
(Lieblingsplatz, „Blinde“ Aktionen, Lauschen, Duft suchen...)
3. Stufe: unmittelbare Erfahrungen machen
(Kälte / Wärme , Regen, auf dem Boden liegen…)
4. Stufe: Andere an den Erfahrungen teilhaben lassen
(Reflexion, Schlussbesprechung, Austausch nach jeder Einheit)

Ein Lernprozess, der die Lebewesen in der Natur nicht aus ihren natürlichen Zusammenhängen reißt, sondern in ihrem Umfeld lässt und dort erfahrbar macht, hat für die Kinder eine andere Qualität. Sich das Wissen z.B. über den Aufbau eines Baumes nicht anhand von Arbeitsblättern anzueignen, sondern den Baum im Wald mit allen Sinnen in seinem Lebensraum und seiner Natürlichkeit zu erfassen, führt zu einer Sensibilisierung für Umwelt- und Natur, U m -welt wird zur M i t – welt.

Wie Mitscherlich bereits 1965 feststellte wirkt sich dies auf die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit aus: „Der junge Mensch ist noch arm an höherer geistiger Leistungsfähigkeit – er ist weitgehend ein triebbestimmtes Spielwesen. Er braucht deshalb seinesgleichen – nämlich Tiere, überhaupt Elementares, Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum. Man kann ihn auch ohne das alles aufwachsen lassen, mit Teppichen, Stofftieren und auf asphaltierten Straßen und Höfen. Er überlebt es – doch man soll sich dann nicht wundern, wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen nie mehr erlernt, zum Beispiel Zugehörigkeitsgefühl zu einem Ort und Initiative."

In der Natur finden Kinder viele wertvolle Entdeckungs- und Erfahrungsräume, die mit ihren vielfältigen Reizen die Sinne, die Körperwahrnehmung und den Verstand anregen. Mit dem Wunsch der Kinder, ihre Erlebnisse zu ordnen und zu verstehen, wird aktives und dynamisches Lernen in dieser für sie begreifbaren Welt möglich. In diesem Sinne kann die Natur den Kindern Lehrmeisterin für eindrucksvolles Entdecken und Wahrnehmen des Lebens sein.
Ausserdem kann die natürliche Umgebung, wie beispielsweise ein Baum oder eine Hecke, die im Spiel erlebt und erforscht werden, Kindern ein besonderes Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit vermitteln. Cornell, der bekannte amerikanische Naturpädagoge, beschreibt dies als eine sehr bereichernde Erfahrung:
" ... irgendwann berührt die Natur dich ... und mich ... und uns alle auf eine besondere, persönliche Weise. Einen Augenblick lang öffnet sich ein Spalt, durch den wir etwas von ihrem geheimnisvollen Wesen ... erblicken" (Cornell 1999, S.12).

Hieraus wird ein weiteres Standbein der Natur – Waldpädagogik, nämlich der „Ganzheitliche Ansatz“ nach Pestalozzi deutlich.:
Die Pestalozzischen Symbole Herz, Kopf und Hand stecken den Rahmen ab, innerhalb dessen ganzheitliches Lernen möglich ist. Dabei ist das Herz die Basis der Bildung. Die Erlebnispädagogik schafft eine emotionale Basis für ein tiefes Verständnis der Welt. So enthält Lernen hier eine emotionale Komponente, nämlich Freude und Interesse an der Natur, eine kognitive Komponente der Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten und eine aktionale Komponente, das ökologische Handeln.
Ökologisches Wissen um Zusammenhänge, das hierauf aufbaut, ermöglicht erst sich dementsprechend verhalten zu können. Im Umgang mit der Natur und den anderen "Mitentdeckern" können Kinder außerdem viele weitere Fähigkeiten wie Kreativität und Verantwortungsgefühl entwickeln, die für ihre selbstbewusste Handlungsfähigkeit z.B. in Sachen Umweltschutz wichtig sind.

Die Natur- und Waldpädagogik sieht ihre Aufgabe darin, den Menschen die Möglichkeit zu geben, einen Teil der Mitwelt für sich persönlich zu erfahren und zu erleben, um so eine Beziehung zur Natur aufbauen zu können.

Dadurch wird die Grundlage für eine Umweltpädagogik im umfassenden Sinn gelegt. Es ist sinnlos mit Menschen, die keine Beziehung zur Natur haben, über die Zerstörung des Regenwalds, Luftverschmutzung, Ozonloch, Müllvermeidung, Waldsterben und Klimakatastrophe zu diskutieren oder sie darüber aufzuklären und dann zu erwarten, dass sie ihr Verhalten ändern und auf liebgewordene Bequemlichkeiten verzichten.

Kinder im Grünen

In Anlehnung an die Geschichte vom kleinen Prinzen und seinem Freund, dem Fuchs, formuliert Morenzin:

"Sind uns Pflanzen und Tiere nicht mehr fremd, haben wir eine Vertrautheit zu ihnen entwickelt, ist eine Voraussetzung für schützendes Verhalten entstanden. So kämpfen wir z.B. für die Erhaltung des Baches, an dem wir als Kinder spielten, oder des Baumes, unter dessen Blätterdach wir im Sommer saßen."
(Morenzin 1998, S.3)

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Methodisches Vorgehen

„Wer nie geschaukelt oder auf einem Baumstamm vorwärts und rückwärts balanciert hat, kann große Probleme mit dem Rechnen bekommen: Kinder entwickeln dann keine räumliche Vorstellung, haben Schwierigkeiten mit dem Zählen, vor allem mit dem Subtrahieren.“

Unser Tag beginnt - mit einer freundlichen Begrüßung!

Im Morgenkreis musizieren wir mit Rhythmus-Instrumenten und singen Lieder, die der Jahreszeit und anstehenden Feierlichkeiten entsprechen . Mit Finger-, Kreis- und Bewegungsspielen stimmen wir uns gemeinsam ein.
Die Kinder erzählen von sich und ihren Erlebnissen und jeder lernt dabei, dem anderen zuzuhören.
Wir füttern die Ziegen und beobachten die Pferde und Rinder, bevor wir uns auf den Weg in den Wald machen.
Unterwegs gibt es vieles zu entdecken und zu bestaunen. Anhand der Bestimmungsbücher lernen wir die heimische Tier- und Pflanzenwelt kennen.
Im Wald suchen wir uns einen Platz für die Brotzeit, die wir auf ausgerollten Isomatten auf dem Waldboden genießen.
Waldwerkstatt, Baumstämme zum Balancieren, Bäume zum Klettern, Laub und Stöckchen zum Höhlenbau und vieles mehr lädt die Kinder zum Bewegen, Entdecken, zum Rollenspiel ein.
Der Wald bietet einen unerschöpflichen Raum für Kreativität.

Auch die Hoftage bieten den Kindern einen erlebnis- und lehrreichen Lebensraum:
Kochplatz – Feuerstelle – Sandberge – der Obstgarten – der Pferde- und Rinderauslauf laden zum Spielen, sich frei bewegen, beobachten, sammeln und bestaunen ein.

Im Blockhaus und Baumhaus können die Kinder mit Montessori-Materialien „arbeiten“, Puppentheater spielen, Bilder- und Sachbücher betrachten, kneten, schneiden, puzzeln, basteln und bauen u.v.m..

a) physische Kompetenzen

Kinder haben Freude am Laufen, Springen, Klettern und Hüpfen. Sie lernen dabei ihren Körper, ihr Gleichgewicht, ihre Empfindungen und ihre Grenzen kennen. Draußen in der Natur sind die Impulse, sich koordiniert bewegen zu wollen groß. Umgefallene Baumstämme laden ein zum Klettern und Balancieren, Büsche zum Verstecken, Hänge zum Robben, Tiere zum Nachahmen etc.
Kinder lernen in Bewegung, also nicht nur mit dem Kopf, sondern mit dem ganzen Körper. Moderne physiologische und psychologische Erkenntnisse bestätigen die Auffassung, dass Bewegungsfreiheit zentral wichtig ist für erfolgreiches Lernen. Der Zwang, stundenlang stillzusitzen, ist für Kinder schwer zu ertragen. Denn Kinder suchen sich in Bewegung auszudrücken. Mit Hilfe der Bewegung schafft das Kind aktiv die Verbindung nach außen. Die Erfahrungen mit Bewegung sind eine Vorstufe für abstraktes, kognitives Denken. Die Strukturen der Intelligenz können nur durch konkrete Aktivität gebildet werden, und zwar unter Einbeziehung aller Sinne und grösst möglicher Bewegungsfreiheit. Eine freie Bewegungsentwicklung ist Voraussetzung für eine gesunde physische, psychische und kognitive Entwicklung des Kindes.
Auch das emotionale Gleichgewicht steht im Zusammenhang mit der motorischen Aktivität.“

b) Entwicklung eines gesunden Körperbewusstseins

Der ideale Bewegungsraum ist die Natur. Es ist ein Auf und Ab, ein Hin und Her, bei dem der aufrechte Gang, die Körperhaltung, das Gleichgewicht, die Sinne, die Grob- und Feinmotorik des Kindes geschult, gelernt und gefestigt werden. Körperliche Entwicklungsstörungen nehmen bei Kindern rapide zu. Eine Ursache ist mangelnde Bewegung. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, den Kindern die Liebe zur Natur zu fördern. Die Kinder erfahren dies ganzheitlich mit Körper, Geist und Seele.
Kinder lernen mit ihrem ganzen Körper. Kinder sind von Natur aus Neugierig und haben den Drang sich zu bewegen, mit all ihren Sinnen die Welt zu entdecken, zu erfahren, zu erforschen. Der ideale Bewegungsraum, um ein gesundes Körperbewusstsein zu erlangen, ist der Wald, der unebene, verwurzelte Boden, die Bäume und Wiesenhänge.
Die Kinder lernen mit großer Geschicklichkeit auf einen Baum zu klettern, spielerisch Hänge hinauf- und hinunter zu rollen, auf unebenen Flächen zu laufen, ohne zu stolpern und mit großer Freude barfuß auf einem Baumstamm zu balancieren. All diese Erfahrungen geben den Kindern ein großes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. „Ich weiß, was ich kann und habe Spaß daran!“
Diese natürliche Entwicklung ersetzt jeden Sportunterricht, da im Wald, in der Natur auf vielfältige Weise der Gleichgewichtssinn, die Bewegungsabläufe, die Grob- und Feinmotorik geschult und gefördert werden. Hinzu kommt noch die frische Luft, die wohltuende Atmosphäre in der Natur! Die Kinder brauchen gerade in der heutigen Zeit mehr denn je Naturbegegnungen, das unmittelbare Spüren von Wind und Wetter, um nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit zu bleiben!

c) Freies Spielen und Lernen

Spielen ist die ursprüngliche Lebensenergie jedes Lebewesens und damit eine Grundvoraussetzung für Lernen und Leben. Im Natur- und Waldkindergarten spielen die Kinder mit Naturmaterialien, d.h. sie kommen mit lebendigem Material in Berührung, das vergänglich und veränderbar ist. Phantasie, Spieltrieb und Kreativität können auf natürliche Art und Weise gelebt und frei entfaltet werden: Der Stock wird heute zur Angel und morgen zum Zauberstab, Tannenzapfen stellen Figuren dar. Aus Blättern fädeln wir eine Kette. Es gibt kein vorgefertigtes Spielzeug. Neugierde und der Wunsch auszuprobieren werden geweckt. Gerade in der heutigen Zeit, die durch Reizüberflutung, Medien und Konsum¬zwang geprägt ist, ist das Leben, Spielen und Lernen in der Natur für Körper, Geist und Seele jedes Kindes lebens - not – wendig.
Lernen ist Spielen mit der Wirklichkeit. Also ist es sinnvoll, mit soviel Wirklichkeit und Natur wie möglich die Kinder in Verbindung zu bringen.
„Unser Gedächtnis ist, wie alles Lebendige, ein komplexer Vernetzungsprozess: Lernen ist ein Dialog zwischen unseren Sinnen, unseren Gefühlen, dem übrigen Körper und unserer Umgebung; ein intensiver Austausch zwischen den Erscheinungen der Welt, der Natur und unseren Sinnesorganen, die ungeheuer viele Informationen an unser Gehirn übermitteln.“
Kinder lernen von Kindern: Sich gemeinsam wohl fühlen, Fairness und Höflichkeit, Lob und Kritik, Trösten und Helfen, Ermahnungen und Belehrungen, Expertentum, Erwerb von Grundfertigkeiten in Projekten, gemeinsames Forschen, Bauen, Lernen durch Zusehen, Abgrenzungen zu Erwachsenen, Lernen im Spiel usw., sind besonders wirksam, weil sie nicht in der asymmetrischen Situation zwischen Kindern und Erwachsenen, sondern unter tendenziell Gleichen stattfinden.

d) Schulung der Sinneswahrnehmung

Die Natur schult die Sinneswahrnehmung durch unerschöpfliche Eindrücke und fördert, dadurch auch die Wahrnehmungsfähigkeit und Intelligenz.
Sehen - bunte Herbstblätter, graue Wolken, Ameisenhaufen betrachten . . .
Hören - Stille der Natur lässt lauschen: Vögel, raschelndes Laub, der Regen . . .
Riechen - der moosige Waldboden, der harzige Ast, Blumen, Kräuter
Schmecken - ein nasses Blatt, süße Walderdbeeren (nur gewaschen) . . .
Fühlen - der raue Zapfen, der glatte Stein, der nasse Lehm, die haarige Raupe . . .
Gleichgewicht - unebener Waldboden, Klettern, Hüpfen und Balancieren . . .
„Um Gedichte und Geschichten zu verstehen, um sich selbst und die anderen kennen zu lernen, benutzen Kinder ihre üppige Ausstattung mit Fantasie; ihre feingelenkigen Finger, z.B. um die zartesten Härchen einer Biene zu zeichnen. Die sinnlichen Erfahrungen der Finger, die Wahrnehmung von Fehler und Erfolg bilden auch den Verstand. Kinder brauchen den direkten und lebendigen, den sinnlichen Kontakt zum Gegenstand, müssen ihn aufmerksam betrachten, ihn anfassen, riechen, schmecken, wo immer das geht, sich emotional mit ihm einlassen können und dabei Erfahrungen mit anderen Menschen machen.“
Kinder handeln und begreifen mit dem ganzen Körper! Deshalb gehört die Schulung der Sinneswahrnehmung zur Natur- und Waldpädagogik. Das unerschöpfliche Reservoir an Naturmaterialien ermöglicht den Kindern ein breites Spektrum an Sinneserfahrungen.

e) Sinn für Schönheit und Einzigartigkeit

Die Natur zeigt an jeder Blume, am blühendem Zweig die Entfaltung von Schönheit. Sie zu entdecken, zu bestaunen und zu achten, schafft Respekt und Würdigung für all diese Wunder. Wir sind dadurch in Verbindung mit unserer Umwelt und uns selbst. Wir erlernen dadurch wahrzunehmen, z.B. ein Vogelgezwitscher, eine aufgehende Blüte, die Farbenvielfalt der Herbstblätter etc. und zu staunen.
Die Beschäftigung mit der Natur, mit ihren Gesetzen und ihrer Schönheit soll dazu führen, sich als Teil der Natur wahrzunehmen und die Kinder lernen sorgfältig und vorsichtig mit allem Lebendigen umzugehen.

f) Vermittlung von ökologischem Bewusstsein

Die Achtung vor der Natur und das „Sich begreifen als Teil des Ganzen“ vermitteln Gefühle der Vertrautheit, Geborgenheit und der Verantwortung. Durch das unmittelbare Leben und Beobachten in der Natur erhalten die Kinder ein sehr umfangreiches Wissen über unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt und den jahreszeitlich bedingten Naturveränderungen. Auch die Auswirkungen der Umweltverschmutzung, z.B. erkrankte Bäume, Müll im Wald, vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen wird den Kindern bewusster. Dadurch entwickeln die Kinder ein Umweltbewusstsein, das sie zu Hüter und Be - Schützer für unsere verletzliche Natur heranreifen lässt.

g) Stille und Meditation

„Stille – Übungen“ sorgen für das Wohlbefinden, für Wachheit und inneres Gleichgewicht. Die Atmosphäre des Natur- und Waldkindergarten am Samainhof lädt die Kinder dazu ein, Stille und Bei - sich - Sein zu erfahren. Der Respekt vor jedem Einzelnen, die Naturerfahrungen, die Rückzugsmöglichkeiten und vielseitigen kreativen Angebote und das Freie Spielen und Lernen ermöglichen der Gruppe eine ausgeglichene und friedliche Atmosphäre. Das sind die besten Voraussetzungen zum Erfahren und Lernen.

h) Selbstbewusstsein

In der freien Natur lernt das Kind vorwiegend über das eigen- ständige Tun. Kreative und körperliche Erfahrungen wie das Gestalten mit Naturmaterialien, das Überwinden von Hindernissen, die Aneignung von Wissen über Baum- und Pflanzenarten, Naturveränderungen, Tierverhalten etc. stärken die Persönlichkeit und den Selbstwert jedes Einzelnen.

Waldspaziergang

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Bildungs- und Erziehungsziele

Die Menschen entfremden sich immer mehr von der Natur und deren schöpferischer Energie, was dazu führt, dass schon im Kleinkindalter Störungen in der Gesamtentwicklung diagnostiziert werden.

  • „Es gibt immer mehr Kinder mit körperlichen Entwicklungsstörungen:
            60% der Kinder haben Haltungsschäden oder Schwächen
            30% haben Übergewicht
            40% ein schwaches Herz - Kreislauf - System und
            40% haben muskuläre Schwächen und Koordinationsstörungen bei Bewegungsabläufen
  • Die Zahl der Unfälle steigt. Bei genauer Betrachtung ist erkennbar, dass diese auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind oder die Ursachen darin liegen, dass viele Kinder den Bewegungsanforderungen in alltäglichen Situationen nicht gewachsen sind.
  • Es wird immer schwieriger, Sinnzusammenhänge zu erkennen. (High - Tech - Geräte in der Küche seien nur als Beispiel genannt.)
  • Die starke Konsumorientiertheit führt zu Frustrations- und Armutserlebnissen bei Kindern und Eltern.
  • Fehlende Spielgefährten und Geschwister, zeitlich überlastete Eltern, eine „Ver - Inselung“ der   Lebensbereiche reduzieren spontane Spielmöglichkeiten und - anlässe.
  • Medien füllen diese Lücke - mit den bekannten Folgen:
    Die Tendenz der Zeit geht in den Regeleinrichtungen dahin, dass die Schüler allgemein schwieriger werden, Verhaltensauffälligkeiten zunehmen und noch dazu die Freizeitgestaltung zunehmend vom Fernsehen und Computern bestimmt wird.
  • Entfremdung von der Natur.
  • Die Umweltzerstörung beginnt letztendlich in der sozialen und psychischen Organisation von Menschen, die diese Entwicklung der Natur betreiben oder zumindest zulassen. Die psychische Organisation lässt sich kennzeichnen durch eine historisch entstandene und zunehmende Distanzierung und Entfremdung von der Natur, die ihrerseits zur Folge hat, dass die Menschen die ökologischen Folgen und Kosten dieser Entwicklung nicht mehr wahrnehmen (können). Diese Entfremdung ist nun deutlich ein soziokulturelles Phänomen; insofern wird die zunehmende Distanzierung von der Natur in der Sozialisation jeder neuen Generation wiederholt bzw. vorangetrieben.
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind im Werte - Chaos der Gesellschaft verunsichert, stellen sich die Sinnfrage, sind auf der Suche nach Halt und Orientierung. Therapeuten werden vielfach zu modernen Sinnstiftern.
  • Wir haben es mit Kindern zu tun, die zunehmend an einer Unterforderung ihrer sinnlichen und emotionalen Bedürfnisse leiden. Die Ausbildung der emotionalen Intelligenz wird vernachlässigt, das zeigt Wirkungen in emotionaler Verwahrlosung (unter anderem in der Zunahme von Gewaltverbrechen und einem schwach ausgeprägten prosozialen Verhalten).
  • Kinder brauchen vermehrt Freiräume, in denen ganzheitliches Lernen möglich ist.

Die im Natur- und Waldkindergarten am Samainhof praktizierten Lernformen sollen den Kindern einen bedürfnisorientierten Lernprozess in der Natur ermöglichen.

Sie orientieren sich:

  • an der Art und Weise, wie Kinder Wahrnehmungen und Informationen verarbeiten,
  • an Ausdrucksformen kindlicher Entwicklung, zum Beispiel körperliche Bewegung, kreativem Gestalten, freiem Spiel, Musik, Sprache, Malen usw.,
  • daran, dass jedes Kind sein individuelles Lern- und Entwicklungstempo hat und es deshalb wider die pädagogische Vernunft streitet, allen im Gleichschritt das Gleiche zu lehren. (vgl. Montessori, M.: Kinder sind anders, München, 1994).

Sprachentwicklung

Im Natur- und Waldkindergarten lernen die Kinder über ihre Sinne zu be - greifen. Die Wahrnehmung wird geschult und dem Erlebten wird sprachlich Ausdruck gegeben. Das Sammeln von Eicheln, das Ordnen der Pflanzenarten, das Messen verschieden langer Stöcke schult die Wahrnehmung. Das Erzählen von Geschichten, das Lernen von Gedichten, das Singen von Liedern und Finger- und Rollenspiele fördern die Merk- und Sprachfähigkeit.

Sozialverhalten

Die Persönlichkeit und Fähigkeit jedes Einzelnen sind in vielen alltäglichen Situationen sehr gefragt. Jeder Einzelne erfüllt mit seiner Begabung eine wichtige Funktion. Da helfen die Großen den Kleinen, z.B. beim Überqueren eines Baches, beim Trösten eines Kameraden. Die Gruppe nimmt Rücksicht auf Ängstliche oder Schwächere. Konflikte können gemeinsam und konstruktiv gelöst werden. Regeln werden entwickelt, damit der Tagesablauf zuverlässig geschehen kann.

Verantwortung

Die Kinder lernen Verantwortung für sich in der Gemeinschaft zu übernehmen. Verantwortung heißt antworten auf innere Impulse und antworten auf Situationen. Die zwei - bis sechsjährigen entwickeln die Fähigkeit, sowohl innerlich als auch äußerlich Aufgaben zu erkennen und zu befolgen. Denn erst einmal lernt das Kind sich selbst liebevoll kennen und schätzen, danach auch seine Umgebung. Das sind die Grundvoraussetzungen, um ein verantwortliches Leben führen zu können.

Rhythmik - musischer Bereich

Alle Naturbegebenheiten unterliegen einer natürlichen Ordnung:
Der Tag und die Nacht. Der Sonnenauf- und -untergang. Der Wechsel der vier Jahreszeiten: das Erwachen im Frühling, das Reifen im Sommer, das Ernten im Herbst, das Zurückziehen im Winter. Alles folgt einem natürlichen Rhythmus, den die Kinder miterleben und erfahren, wenn sie regelmäßig in der Natur sind. Kinder ahmen Vogelgeräusche nach, sie bauen sich Musikinstrumente und verleihen durch selbst komponierte Lieder dem Erlebten musikalischen Ausdruck.

Frieden in der Welt schaffen

Unser Natur- und Waldkindergarten ist für alle offen: Lernschwache und Hochbegabte, Behinderte und Nichtbehinderte, Einheimische und Einwanderer, Arme und Reiche, und zwar ohne Rivalität und Selektion. Höchstes Ziel für Maria Montessori war es, Kinder heranwachsen zu sehen, die über alle ethnischen, nationalen und sozialen Grenzen hinweg Frieden in der Welt schaffen. Das war eine großartige Vision, die dennoch einen realistischen Kern hat: Jedes neugeborene Kind ist eine neue Chance zum Frieden. Diesem Ansatz fühlen wir uns verpflichtet und er prägt unsere tägliche Arbeit.

Wenn ein Kind kritisiert wird, lernt es zu verurteilen.
Wenn ein Kind angefeindet wird, lernt es zu kämpfen.
Wenn ein Kind ermutigt wird, lernt es sich selbst zu vertrauen.
Wenn ein Kind gerecht behandelt wird, lernt es gerecht zu sein.
Wenn ein Kind in Freundschaft aufgenommen wird, lernt es in der Welt Liebe finden.

(tibetischer Text)

Malen mit Hingabe

Vorschulische Förderung - Schulfähigkeit - Schulreife

Die Hauptaufgabe der vorschulischen Einrichtungen besteht darin, die Entwicklung des Kindes zu einem eigenverantwortlichen, liebevollen und gemeinschaftsfähigen Wesen zu fördern. Der Natur- und Waldkindergarten bietet günstige Voraussetzungen zum Erwerb von Basiskompetenzen, die die Schulfähigkeit positiv beeinflussen: spielerische Lese-, Schreib- und Rechenübungen, sowie Übungen mit Montessori-Materialien fließen selbstverständlich in die Vormittage mit ein. Durch die vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten und die Kreativitätsförderung, durch die Aneignung ökologischen Wissens und durch die intensive Sozialentwicklung sind die Kinder sehr gut auf die Anforderungen der Schule vorbereitet. Die Kinder sind konzentriert, emotional ausgeglichen und lernbereit.

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Kreislauf der Jahreszeiten und Ausflüge

Im Laufe des Kindergartenjahres werden jahreszeitlich bedingte Feiern angeboten:

  • Erntedank mit Ernten im Obstgarten und verwerten z.B. Kürbis ausschneiden und Suppe kochen
  • Laternen- und Lichterfest
  • Kasperltheater im Spinnenwald mit der Nikolausgeschichte
  • Gemeinsame Waldweihnachtsfeier mit den Eltern:  Krippenspiel, singen und musizieren (zweisprachig), Geschenkübergaben und Geschichten vorlesen
  • Frühlingsfest: Osternestersuche im Wald mit anschließender Feier

Regelmässig werden Ausflüge durchgeführt, z.B. ins Marionettentheater, Besuch des Schweinebauern im Nachbarort, Kartoffelfeuer und Streichelzoo bei der Stubenvollranch; Zahnarztbesuch; Exkursion in die Backstube, Burgbesichtigung; Exkursion in die St. Otto Tropfsteinhöhle; Besuch beim Schäfer; Abschlussfahrt in den Jurazoo, Tipiübernachtung und Ponyreiten als Elfen; u.v.m.

Mädchen auf Baum

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5. Schlusswort

Dieses Konzept bildet die aktuelle Grundlage der Arbeit des Natur- und Waldkindergarten am Samainhof und wurde in Abstimmung mit dem Trägerverein Natur- und Waldpädagogik e.V. erstellt.
Wir verstehen die Konzeptentwicklung dabei als kontinuierlichen Prozess des Lernens und Wachsens.
Im Januar 2016 wurde das Konzept um einige Aspekte aktueller Entwicklungen ergänzt, eine Aktualisierung erfolgt daher laufend, spätestens in 2020 ist die nächste grundlegende Überarbeitung geplant.
Unser Ziel ist, es den Kindern mit den Mitteln der Naturpädagogik vielfältige und intensive Naturerfahrungen, Naturkontakt, Naturvertrautheit und vor allem Beziehung zur natürlichen Mitwelt zu vermitteln. Wir halten Naturerfahrung und Naturkontakt für ein elementares Grundbedürfnis und Grundrecht des Naturwesens Mensch. Sie tragen Sinn und Wert in sich, ohne „für etwas anderes gut sein“, ohne einem anderen Ziel dienen zu müssen. Einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen und mit unseren Mitmenschen an die nächste Generation zu vermitteln ist unsere Aufgabe.

Kinder auf Tretauto

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Download:

Hier können Sie die "Konzeption des Natur- und Waldkindergarten am Samainhof" als PDf herunterladen


Impressum:

Natur- und Waldkindergarten am Samainhof
Trägerverein Natur- und Waldpädagogik e.V.
1. Vorstand Dipl. Psych. Monika Winter
Holzheim 15
92331 Parsberg

Es sind noch Kindergartenplätze für
die 2 bis 6-Jährigen frei!
Anmeldungen sind ganzjährig möglich

Für Informationen: info@natur-und-waldkindergarten.de
oder telefonisch: Anna Mühlbauer, 0 94 92 / 95 49 14; mobil: 01 79 / 5 26 53 03

Natur- und Wald- Pädagogik am Samainhof e.V.; Holzheim 15; 92331 Parsberg bei Neumarkt i.d.OPf.